Hier mal eine kleine Aufstellung der Dienste (u.ae.) im Internet, geschrieben fuer einen Studi der Uni Siegen, aber auch von anderen Leuten zu verwenden: World Wide Web: Multimediale Zusammenfassung des Internets, primaer in Hypertext. Die Sprache heisst "hypertext markup language" (html), das Protokoll "hypertext transfer protocol" (http). Diese beiden Merkmale werden durch den Browser als dritte Komponente vervoll- staendigt. Der Browser nimmt bei Eingabe einer URL an, das Proto- koll sei http, weshalb aus www.projekt.com http://www.projekt.com wird. Andere Dienste sind aber auch moeglich. Uebrigens, der Web- Server muss nicht www heissen, er kann auch mehrere Funktionen ha- ben. An der Sternwarte ist astro1.physik.uni-siegen.de nicht nur fuer Mail, sondern auch fuer die Sternwarten-Homepage zustaendig. Bei sicherheitsbeduerftigen Seiten wird https verwendet, also http mit der Ergaenzung "secure". E-Mail: Elektronische Post, die mit dem "simple mail transfer pro- tocol" (SMTP) uebertragen wird. Die Mailbox, z.B. gmxuser auf dem Rechner gmx.de, wird entweder durch html-Seiten ausgelesen, oder man zieht die Mails per POP3 rueber, oder man arbeitet direkt auf dem Computer. Im Gegensatz zum erst wenige jahre alten Web ist dieser Dienst schon vom Arpanet/Darpanet bekannt. Auch hier gibt es sichere Versionen. Telnet: Rechnerfernsteuerung, auch schon uralt. Das Protokoll heisst wie der Dienst, weshalb man mit telnet://studm.hrz.uni-siegen.de eben diesen Rechner fernsteuern kann. Voraussetzung ist eine Ar- beitserlaubnis mit Arbeitsbereich, genannt Account. Unter Unix liegen die Accounts in /home, auf der studm also als /home/s123456 oder so. Telnet ist auch ein Programm, was gestartet werden kann. Akzeptiert ein Rechner Telnet aus Gruenden der Sicherheit nicht, kann er mit ssh (secure shell) angesprochen werden. Unter X11 hat dieser Befehl zusaetzlich den Vorteil, die Grafikausgabe ohne jeden zusaetzlichen Aufwand auf den Rechner zu schicken, vor dem man sitzt. Dateiuebertragung: Bei diesem alten Service heisst dieser wie das Pro- tokoll, naemlich ftp, was fuer "file transfer protocol" steht. Mit dem Webbrowser geht das auch. Meist braucht man einen Account, aber einige Server bieten auch anonymen Filetranfer (aFTP). Dort wird aber als Passwort die Mailadresse gewuenscht. Das Programm heisst unter Unix auch "ftp", wird aber aus Sicherheitsgruenden immer haeufiger nur noch ausgehend gestattet. Die sichere Alternative nennt sich scp (secure copy) und ist meist in beiden Richtungen erlaubt. Da die gleichzeitige Uebertragung mehrerer Files oft nicht moeglich ist, muessen sie in ein Archiv gepackt werden, wozu sich Tar, Zip und aehnliche Programme eignen. Talk: Das Talkprotokoll eignet sich fuer einen Dialog mit einem anderen User, vorausgesetzt, man hat es nicht abgeschaltet. Als Grundlage dient ein Text-Terminal, als Partner jemand auf dem gleichen Com- puter. Beim Surfen kann man so URLs kopieren. Wird der Dienst ge- startet, teilt sich das Terminalfenster. Die untere Haelfte zeigt das Geschreibsel des Partners, die ober das eigene. Ach ja, beide Part- ner muessen den anderen antalken (talk typ@rechner), der zweite wird deshalb vom Rechner darauf aufmerksam gemacht. Offensichtlich ist der Name des Programms unter Unix ebenfalls "talk". Talken mit Personen auf anderen Rechner gibt oft Probleme mit den Daemonen oder den Sicherheitseinstellungen. Ein Exorzist nuetzt uebrigens gar- nichts, da mit "Daemon" im Unixbereich dauernd laufende Programme fuer alle Benutzer gemeint sind. Ein Programm, um auch ohne Aktionen der Gegenseite derselbigen eine Nachricht auf den Bildschirm zu schrei- ben, ist write. Beide beendet man mittels . Ach ja: einen User, der gerade ein interaktives Programm laufen laesst, sollte man nicht unbedingt antalken, sonst verhagelt man ihm die Ausgaben. Usenet: Diskussionsforen, Newsgroups, Netnews - alles das gleiche. Der Dienst ist mittelalt und arbeitet mit dem "network news trans- fer protocol" (nntp). Netscape sollte es koennen, Unixrechner kennen den Newsreader Tin (oder rtin). Ca. 15000 Gruppen sind eine gute Informations- und Hilfequelle. Hier wird die Nettiquette aber sehr hoch eingeschaetzt. Usenet ist eigentlich der Verbund der Server, die den Dienst Netnews anbieten. Auf der Studm kommt man mit "tin" an diesen praktischen Service; auch Linux stellt den Befehl zur Ver- fuegung. Archie: Uebersicht ueber a-ftp-Server, heute mit Webzugriff, frueher ein eigener Dienst, auf den per Telnet zugegriffen wurde. Nun weniger wichtige Begriffe und Dienste: Gopher: Vorlaeufer des Webs, strenge Filesysteme. Man stoesst manchmal auf Hinweise, aber viele Server sind weg. Wenigstens weisst Du nun, was gemeint war. Als Programm gab es "gopher", fuer Windows war es was anderes; beide sind durch Netscape ersetzbar. Veronica: Archie fuer Gopher. Ist dementsprechend genauso out. Was entspricht Archie und Veronica bezueglich der Webseiten? Natuerlich die Kataloege (Yahoo) und Suchmaschinen (Altavista). NTP: das "network time protocol" kann prinzipiell den eigenen Computer mit der Atomzeit abgleichen. Die meisten Systeme erlauben inzwischen eine gefuehrte Konfiguration, da eine manuelle recht kompliziert ist. IRC: der "internet relay chat" ist der Vorlaeufer der Chatrooms und ge- gliedert in Staedte und Regionen. Leider geht mir hier jede Erfahrung ab. PPP/SLIP: Zwei Protokolle, die den eigenen Rechner mittels Telefon- verbindung an das Web ankoppeln. PPP ist bessser. TCP/IP: Protokollkombination zur Verbindung verschiedener Netzwerke. Dies ist die Grundvoraussetzung fuer das Internet, was ja schlicht "interconnected networks" heisst. File: kein Service, aber gut zu wissen: mit file:/home/account/filename kann man den Browser auch fuer Dateien auf dem eigenen Rechner be- geistern. Der Pfad wird auf Windowscomputern wohl anders lauten, ebenso bei neueren Systemen (z.B. file:///home/account/filename). DNS: ein Rechner, der die Domain-Namen (studm.hrz.uni-siegen.de) in die benoetigten IP-Adressen (141.99.173.9) umwandelt. Deswegen heisst er ja auch "Domain Name Server", kurz als Nameserver bezeichnet. Ist der Namerserver aus, helfen nur noch IP-Adressen. Den DNS fragt man unter Unix mit "nslookup" ab - gut, um herauszufinden, ob evtl. zwei Webserver unterschiedlichen Namens gleich sind. Inzwischen wird stattdessen oft der Befehl "host" verwendet. Proxy: Computer, der Dateien, insbesondere Webseiten, zwischenspeichert, was den Netzverkehr reduziert und die Ladezeiten verringern sollte. Beispiele: Mit FTP (scp) schiebe ich meine Netscape-Bookmarks von meinem eigenen Rechner (namens Nostromo) auf die Astro1, wo sie mir dann zur Verfue- gung stehen. Dort beim Surfen abgelegte Files werden dann mittels FTP (scp) zurueckgeholt. Mit Telnet (ssh) kann man die Files auf dem entfernten Rechner gege- benenfalls auch wieder loeschen bzw. bearbeiten. Mit Talk koennen zwei Personen beim Surfen Informationen austauschen, z.B. URLs oder so wichtiges wie die Frage nach dem Belag fuer die zu bestellende Pizza. Mit E-Mail kann man auch gut Leute informieren, wie das mit Talk laeuft, da sie andernfalls wie ein Ochse vorm Berg stehen. Mit den Netnews kann man sehr viele Informationen aus erster Hand kriegen, beispielsweise Ratschlaege zum Teleskopkauf. So, nun weisst Du, dass das Internet viel groesser als nur das Web ist. Manche Dienste werden unter Windows mit Spezialprogrammen benutzt, andere mit einem Browser wie Netscape. Viel Spass im Internet wuenscht F^2