Warum sollte jemand auf die Idee kommen, Webseiten von Hand zu erstellen, obwohl es doch so tolle Editoren wie den "Mozilla Composer" gibt? Nun, diese Editoren setzen viele Befehle ein, die nur sie verstehen, was die Seiten auf bestimmte Browser gleicher Herkunft festlegt. Zusätzlich werden so geschriebene Webseiten stark aufgebläht, was Downloadzeit kostet.
Zum Erstellen von HTML-Dokumenten von Hand braucht man nur einen einfachen Texteditor, der sich unter jedem Betriebssystem finden sollte. Unter DOS gab es edit, die Atarianer hatten Tempus, die Windowser nehmen Notepad, und die Unixer dürfen sich darum streiten, ob emacs, joe, pico, vi oder wasauchimmer der brauchbarste Editor ist. Jedenfalls muß man das entsprechende Programm aufrufen, die Seite schreiben und dann abspeichern. Die Einstiegsseite der persönlichen Webpräsenz, die Homepage, muß übrigens meistens den Namen "index.html" tragen.
Der Einstieg in die manuelle HTML-Programmierung ist ganz einfach. Als Grundregeln kann man sich schon einmal merken, daß die Befehle, "Tags" genannt, in spitzen Klammern stehen, die meisten durch den gleichen Befehl mit einem Schrägstrich davor abgeschlossen werden müssen, und Umlaute etc. am besten durch bestimmte Zeichenfolgen umschrieben werden sollten. Ob die Befehle groß oder klein geschrieben werden, ist egal, ebenso das Vorhandensein von Leerzeilen oder mehreren aufeinanderfolgenden Leerzeichen.
Zuerst müssen wir angeben, daß es sich um HTML (HyperText Markup Language) handelt, indem wir die passenden Tags für Anfang und Ende schreiben:
<html>
</html>
Dann bauen wir mit <head> und </head> einen Kopfbereich für die Informationen zur Seite sowie mit <body> und </body> einen Körperbereich für den Inhalt ein:
<html>
<head>
</head>
<body>
</body>
</html>
Jetzt kommen im Kopfbereich ein Titel und im Körperbereich der Inhalt (ein kleiner Text) hinzu:
<html>
<head>
<title>Testseite</title>
</head>
<body>
Dies ist eine Testseite.
</body>
</html>
Zu beachten ist, daß Tags und Wörter recht beliebig hintereinander aufgeschrieben werden dürfen. Die Reihenfolge ist wichtig, nicht die Benutzung oder Nichtbenutzung unterschiedlicher Zeilen bzw. das Einfügen oder Nichteinfügen von Leerschritten ("blanks") zwischen den Tags. In den Texten gilt eine neue Zeile einfach als Leerschritt; um wirklich eine neue Zeile anzufangen, kann man mit <br> einen Zeilenumbruch einfügen. Dieser Tag wird übrigens nicht mit der Schrägstrichvariante abgeschlossen, genauso, wie es auch für <hr> gilt, welches eine horizontale Linie erzeugt. Die Bezeichnungen kommen aus dem Englischen und stehen für "break" beziehungsweise "horizontal ruler".
Das "ä" wird durch ä umschrieben, die anderen Umlaute durch die Umschreibung mit dem entsprechenden Vokal zwischen "&" und "uml;". Das scharfe "ß" ist eine Ligatur aus "s" und "z", wird also einfach als ß geschrieben. Man kann auch in einer entsprechenden Header-Zeile den eingesetzten Zeichensatz angeben, aber das wird zum Problem, wenn dieser dem Browser nicht bekannt ist.
Natürlich muß man auch die Zeichen maskieren, die in HTML selber verwendet werden, also & für das "&", " für die Anführungszeichen und < für "<" bzw. > für ">", also die spitzen Klammern.
Überschriften werden mit abnehmender Größe durch <h1> bis <h6> eingeschlossen, kursive Schrift durch <i> (italics), fette durch <b> (bold), unterstrichene durch <u> (underline). <big> und <small> sind für große und kleine Schrift zuständig.
Und die Links? Nun, dafür gibt es folgende Konstruktion:
<a href="Ziel">Zielumschreibung</a>
Das "a" steht dabei für "anchor".
Um Leute nach Google zu schicken, ist z.B. diese Formulierung
nötig:
Um Links zu Begriffen schnell finden zu können, müssen
Sie <a href="http://www.google.de">diesen Link</a>
anklicken.
Der Leser sieht dann Folgendes:
Um Links zu Begriffen schnell finden zu können, müssen
Sie diesen Link anklicken.
Durch Anklicken von "diesen Link" kommt man nun tatsächlich nach Google.
Ach ja, Absätze werden in <p> eingeschlossen, wobei der Abschluß ausbleiben darf, wenn danach ein weiter Absatz folgt. Es ist aber besser, jeden Absatz abzuschließen.
Hier ist eine einfache Beispielseite, während man solche Dinge wie Listen oder die Unterscheidung zwischen relativen bzw. absoluten Links nun am einfachsten durch das Ansehen des Quellcodes normaler Webpages oder das Blättern in umfangreicheren HTML-Anleitungen lernt. Eine Liste sorgt z.B. auf der Seite mit meinen persönlichen Daten für Ordnung bei den Informationen zur Person.
Eine ausführliche Anleitung zu HTML findet man unter http://de.selfhtml.org/.
Viel Spaß an der ersten eigenen Webseite wünscht jetzt
Frank Feger