
Im Sommer sehen wir sternenreichen Bereiche der Milchstraße hoch über uns stehen und sich bis zum Horizont senken. Im Schwan gibt es sehr dichte Sternwolken, die durch dunklen Staub zerteilt werden. Trifft die ultraviolette Strahlung junger, heißer Sterne auf Wasserstoff, so beginnt dieses Gas, wie Neonfarben zu fluoreszieren. Das Resultat ist ein rotes Licht, welches nachts von unseren Augen kaum, von einigen Filmen aber sehr gut wahrgenommen wird.
Der Nordamerikanebel (NGC 7000) unterhalb der Bildmitte erscheint viermal so groß wie der Mond und ist bei dunklem Himmel auch im Fernglas sichtbar; mit den Augen nimmt man aber das nur blaugrüne Leuchten des Sauerstoffs wahr. Bei der Bearbeitung des Bildes sind die Sternfarben etwas rötlicher als in der Wirklichkeit geworden, der neben dem Nebel stehende Deneb leuchtet (mit zehntausend Sonnenhelligkeiten) für unser Auge in einem reinen Weiß.
Weitere helle Nebel sind der hier nicht in der namensgebenden Form erkennbare Pelikannebel (IC 5067/70) rechts neben dem Nordamerikanebel, IC 5068 unter dem Pelikan, der gamma-Cygni-Nebel (IC 1318, Sh2-108) rechts unterhalb Deneb, und der Kepheusnebel (IC 1396) am oberen Bildrand. Auch ein offener Sternhaufen ist zu sehen, nämlich M 39 links oberhalb des Nordamerikanebels. Die bläulichen Sterne heben sich von dem sich eher mit warmen Braun-, Rot- und Gelbtönen präsentierenden Rest des Bildes gut ab.
Früher hat man angenommen, die dunklen Gebiete seien sternenleer, heute weiß man, daß dort Staubwolken den Blick auf die Sternwolken der Milchstraße verdecken. Nur die linke untere und die rechte obere Ecke des Bildes zeigen wirklich sternenärmere Regionen, da man hier an der Hauptebene der Galaxis vorbeischaut.
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